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Förderentscheidungen der Filmwerkstatt Kiel Reisen und Zeiten, Träume und Aktionen

Reisen und Zeiten, Träume und Aktionen

Der Förderbeirat der Filmwerkstatt Kiel trat am 21. November 2011 zusammen und vergab in seiner letzten Fördersitzung in diesem Jahr Fördermittel in Höhe von 109.931 Euro an insgesamt 22 Projekte in den Bereichen Projektentwicklung, Produktion und Präsentation. Mit weiteren 24.930 Euro werden außerdem zwei Festivals in Schleswig-Holstein sowie Weiterbildungsmaßnahmen des Landesverbandes Jugend und Film in Schleswig-Holstein unterstützt.

Produktionsförderung erhalten sechs Dokumentarfilme und drei Kurzfilme: Mit 10.500 Euro wird der Dokumentarfilm QUOTEN-KANAKEN – DIE GESCHICHTE EINER JUGENDBANDE von Andrea Stevens unterstützt. Fünf ehemalige Mitglieder einer einst berüchtigten Ausländer-Jugendbande kommen nach 20 Jahren zu Wort und erzählen ihre Geschichte über Gewalt, Integration und das Älterwerden in einer ambivalenten Welt. Auf eine Reise in die Vergangenheit und in das Land seiner Träume begeben sich in dem Dokumentarfilm UNTERWEGS NACH UTOPIA von Carmen Blazejewski (10.000 Euro) fünf Mecklenburger Künstler, die mehr über das Leben des Flugpioniers und Marinefliegers in Feuerland, Gunther Plüschow, erfahren wollen. Über eine mehrjährige sportliche und künstlerische Spendenaktion erzählt Linn Marx in ihrem mit 9.180 Euro unterstützten Dokumentarfilm HEINZ RATZ – DER MORALISCHE TRIATHLON. Der Musiker und Autor Heinz Ratz schwimmt, läuft und radelt mehrere hundert Kilometer in drei Jahren für Obdachlose, saubere Gewässer und eine menschliche Flüchtlingspolitik. In dem experimentellen Dokumentarfilm DAS WATTENMEER zeigt Olaf Döring (7.500 Euro) mittels Zeitraffer die Funktionsweise des Wattenmeeres und das Wechselspiel zwischen Alltäglichem und rauer Natur. Die Stadt New York steht im Zentrum des Dokumentarfilms JEREMY Y. CALL BOBBY O. von Ann Carolin Renninger, der mit 7.000 Euro gefördert wird. Über Pendelmigration erzählt Gregor Eppinger in seinem Dokumentarfilm ZUGPERLEN (4.500 Euro): Eine immer größer werdende Gruppe von Menschen pendeln am Wochenende zwischen Berlin und Stettin, zwischen Familie und Arbeit, zwischen Heimatland und Ausland, zwischen Armut und Wohlstand hin und her. Der Film ist eine Hommage an polnische Putzkräfte, Haushaltshilfen und Pflegekräfte, die im Privaten, für die Gesellschaft kaum sichtbar, ihre Arbeit verrichten. Zwei fiktionale Kurzfilme von Friedrich Tiedke und Nils Strüven werden mit 6.000 Euro und 3000 Euro unterstützt: ERINNERUNG AN DEN SOMMER, eine filmische Erinnerung an das erste Liebesabenteuer und NACHTSCHICHT, ein Porträt über den Taxifahrer Theo, der in nur einer Nacht die unterschiedlichsten Facetten einer Großstadt entdeckt. In ihrem mit 3.500 Euro geförderten kurzen Experimentalfilm EIN JAHR – EIN TAG – EINE TIDE blickt Alexandra Pohlmeier mit ihrer Kamera aus nur einem Blickwinkel aufs Meer.

Projektentwicklung
in Höhe von jeweils 5.000 Euro erhalten die Dokumentarfilmvorhaben SCHLAGERLAND – DER FILM , nach DEICHKING und BAUERNFRÜHSTÜCK der dritte Film des Kieler Regisseurs Michael Söth, der erstmals Norddeutschland verlässt und sich auf eine Reise begibt quer durch die Republik bis nach Italien, ZIMMER FREI von Kai Zimmer über eine Reise durch deutsche Gast- und Fremdenzimmer, LANDRAUSCH von Uwe H. Martin über die sozialen, ökologischen und räumlich-geographischen Auswirkungen der sich weltweit beschleunigenden Landnahme und Sarita Sharmas Dokumentarfilm BALTIC WARRIORS über eine Ostseerettungsaktion per Fahrrad und Online-Community. 3000 Euro erhält der experimentelle Dokumentarfilm PALOMARES/BROKEN ALLOW über das kleine Dorf Palomares im Südosten Andalusiens, das 1966 nach einem Flugzeugabsturz durch amerikanische Atomwaffen nuklear verseucht und als schwerster  »Fall Out« in Westeuropa bekannt wurde. In das TOR ZWISCHEN DEN MEEREN (2.313 Euro) dokumentiert Wibke von Grone-Lübke die Sanierung und den Ausbau der 100-jährigen Schleusenanlage in Brunsbüttel. 1.415 Euro erhält Moritz Schurer für sein Spielfilmvorhaben MORTEN UND DAS DORF AM MEER über einen Journalisten, der in sein verhasstes Heimatdorf geschickt wird und sich seiner Vergangenheit stellen muss. Mit 1.400 Euro wird der Spielfilm DER KLEINE KAISER von Oliver Boczek über eine ungewöhnliche Mutter-Sohn-Beziehung unterstützt. Die gesellschaftliche Macht von Frauen aus prähistorischer Sicht steht im Mittelpunkt des Dokumentarfilms FRAUENMACHT WÄHREND DER BRONZEZEIT IN SCHLESWIG-HOLSTEN von Marc Andresen, der mit 1.313 Euro gefördert wird.

In der Präsentation werden die Dokumentarfilme BIS AN DIE GRENZE von Gerald Grote und Claus Oppermann (7.444 Euro, Einfallsreich Filmproduktion, Kiel), GLÜCKSRITTERINNEN von Katja Fedulova (6.994 Euro, imFilm Agentur & Verleih, Hamburg) und INSELTÖCHTER von Annette Ortlieb 850 Euro) gefördert. 4.000 Euro erhält das Blitzfilm-Festival für die ergänzenden Blitzfilmworkshops 2011 vor Ort.

Insgesamt 24.930 Euro erhalten die Festivals GREEN SCREEN – NATURFILMFESTIVAL (10.000 Euro, Förderverein Green Screen e.V., Eckernförde) FILMFORUM DER NORDISCHEN FILMTAGE (9.000 Euro, Nordische Filmtage Lübeck) sowie der Landesverband Jugend und Film Schleswig-Holstein (5.930 Euro) für Einzelprojektförderung und Weiterbildungsmaßnahmen.
 
Die Förderentscheidung haben getroffen: Ruth Bender (Kulturjournalistin, Kiel), Lars Jessen (Regisseur, Kiel) und Bernd-Günther Nahm (Leiter Filmwerkstatt FFHSH, Kiel)

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Pressemitteilung vom: 23.11.2011