John Malkovich in Casanovagen
19.02.2018 | Casanovagen auf Berlinale

3 Fragen an... Luise Donschen

Mit ihrem Dokumentarfilm Casanovagen läuft Regisseurin Luise Donschen gerade auf der 68. Berlinale in der Kategorie Forum. Wir haben mit ihr über Inspiration, ihren berümten Cast und ihre Zeit an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg gesprochen.

Wie lange haben die Vorbereitungen zum Film gedauert und wie bist du auf das Thema gekommen?

Luise Donschen Ich habe fünf Jahre an dem Film gearbeitet, wobei die einzelnen Produktionsphasen sich immer wieder abgewechselt haben. Der Ausgangspunkt war ein Zeitungsartikel über die Forschungen am Max-Planck-Institut für Ornithologie zum Fremdgehverhalten weiblicher Finken. Entgegen meinen Erwartungen mochte ich den Ort sofort, diese Räume inmitten des Waldes, und ich mochte die Ernsthaftigkeit und Ruhe, mit der dort gearbeitet wurde. Der Balztanz der Finken war schön anzusehen und ich lernte bald die Weibchen von den Männchen anhand ihres Gesanges zu unterscheiden. Die Finken und ihre Forscher haben mich also vom Nachdenken ins Schauen und ins Hören gebracht. Diese Bewegung habe ich im Schnitt wieder aufgenommen.

Wie ist der Kontakt zu John Malkovich zustande gekommen?

Luise Donschen Die Szene mit John Malkovich war die erste, die wir überhaupt für den Film gedreht haben. Ich habe ihn nach der Aufführung einer Oper, in der er den gealterten Casanova spielte, in Prag getroffen und gefragt, ob er sich eine Szene, wie wir sie dann gedreht haben, vorstellen kann. Er konnte. Um das dokumentarische Setting zu bekommen, mussten wir schon drei Wochen später nach Toronto reisen. An unserem Drehtag hat er die Oper zum bisher letzten Mal aufgeführt..

Inwieweit hat dich deine Arbeit als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HfbK bei Casanovagen beeinflusst?

Luise Donschen Meine Arbeit an der HFBK war die ökonomische Basis für die Arbeit am Casanovagen. Ohne mein festes Gehalt von dort, das technische Equipment und die menschliche Unterstützung hätte ich den Film nicht machen können.
Titelfoto: Helena Wittmann

Porträt: Maxim Schulz