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12.11.2018

Förderrunde Filmwerkstatt KielVon Wattwürmern und Volksabstimmungen

In der letzten Sitzung des Jahres ging es für die Filmwerkstatt Kiel einmal quer um die Welt: Das Gremium hat 14 Projekte mit einer Gesamtsumme von rund 93.000 Euro gefördert, darunter ein Roadmovie in Kambodscha, ein Trickfilm im Wattenmeer und ein Dokumentarfilm auf Island.

Im Jahr 1920 schlugen die Wellen in Schleswig-Holstein hoch: Mit der Volksabstimmung war die Teilung Schleswigs besiegelt und die heutige Grenze nach Dänemark entstand. Das 100-jährige Jubiläum nimmt Regisseur Sönke Lassen zum Anlass, um in seinem Projekt 2020 (Forward Filmproduktion, 10.000 Euro) einen persönlichen Blick auf dieses historische Ereignis zu werfen. In mehreren Clips kommen Menschen aus der deutsch-dänischen Grenzregion zu Wort. Sie sprechen über ihre Erinnerungen an vergangene Zeiten – und über ihre aktuellen Erfahrungen mit den neuen Grenzen im Grenzland.

Die aufstrebende Filmemacherin Hille Norden steckt als Produzentin hinter dem dokumentarischen Roadmovie My Gun, My Soul (12.000 Euro) über den ehemaligen Kindersoldaten Soun Rottana. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf Souns Reise durch sein verwundetes Kambodscha – ein Land, in dem Täter und Opfer Nachbarn sind und niemand darüber reden will. Regie und Kamera übernimmt Grant Hennessy.

Im Zeichentrickfilm Wattenwunder von Michael Zamjatnins (10.000 Euro)
finden die zwei Kinder Paul und Rieke einen sprechenden Wattwurm, der sie zu einem Schatz im Wattenmeer führt. Die Dokumentation Projekt Island von Carlos Viering und Tom Köhn (10.000 Euro) wirft einen Blick hinter die Kulissen des Massentourismus auf Island – die Magie vom Land der Vulkane und Elfen ist längst kein Geheimnis mehr. In Ein vergessener Film (10.000 Euro) sucht die Filmemacherin und Russlanddeutsche Katja Lell nach den verdrängten und vergessenen Erinnerungen ihrer Familie.

Urte Alfs erhält für ihren Dokumentarfilm Die Blaue Blume eine Finanzspritze von 8.000 Euro. Im Film geht es um eine Theatergruppe, die sich und ihre Welt verändert. Zudem gehen 5.000 Euro an das Projekt Die jüngsten Opfer der Mauer von Sylvia Nagel und Hartmut Schulz und weitere 4.000 Euro an den Experimentalfilm Vertige Noir von Kai Zimmer.

Einen Zuschuss zur Recherche in Höhe von je 5.000 Euro gibt es für die Dokumentarfilme Das norddeutsche Wesen von Lars Jessen (Bird & Bird Film) und Deutschlandachter von Ulrich Koglin (TV-Film Nord). Jeweils 2.000 Euro erhalten Zoran Simić für Regina und Jens Kramer für Der Mann der das Didgeridoo nach Kiel brachte.

Insgesamt erhalten zwei Projekte Verleihförderung: Hille Nordens zweites Projekt in dieser Gremiumsrunde wird mit 7.500 Euro bedacht. Ihren Film Khello Brüder bringt der Schleswig-Holsteinische Verleih Barnsteiner Film auf die Kinoleinwände. Für den Vertrieb ihres Films To B or to B flat über den belgischen Komponisten Boudewijn Buckinx werden Viola Rusche und Hauke Harder mit 2.700 Euro unterstützt.

Eine detaillierte Übersicht aller geförderten Filmprojekte ist auf unserer Webseite abrufbar.

Die Förderentscheidungen haben am Donnerstag, 25. Oktober 2018, Arne Sommer, Maja Petersen und Manja Malz getroffen.

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