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22.01.2019

Förderrunde Gremium 2Pioniere der ersten Stunde: Von Hackern und Gendernauten

Das Gremium 2 der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein hat in seiner ersten Sitzung 2019 knapp 500.000 Euro an 13 Projekte vergeben – darunter Monika Treuts Fortsetzung ihres Filmklassikers Gendernauts und Klaus Maecks und Tanja Schwerdorfs Dokumentarfilm über die Gründung des Chaos Computer Clubs.

Im Jahr 1981 gründet Wau Holland mit anderen deutschen Hackern den legendären Chaos Computer Club, der sich für den Schutz privater Daten, Informationsfreiheit und die Hackerethik einsetzt. In der Doku-Fiction Chaos Computer Film von Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf (110.000 Euro, Interzone Pictures, Hamburg) geht es um die Geschichte der deutschen Hacker – erzählt von den Protagonisten selbst in einer Found-Footage-Montage mit viel Biss und Musik.

20 Jahre nach ihrer Dokumentation "Gendernauts" kehrt die Filmemacherin Monika Treut in Gendernauts Revisited (100.000 Euro, Hyena Films, Hamburg) nach San Francisco zurück, um die transsexuellen Protagonisten ihres Filmklassikers wiederzutreffen. Damals waren sie die "jungen Pioniere" der Trans-Bewegung in einer Stadt, die als Mekka der Außenseiter galt. Heute sind sie zwischen 50 und 80 Jahren alt und leben im Amerika der Trump-Ära. Wie hat sich ihr Leben seitdem verändert? Treut prägt seit den 1980er Jahren das feministische und lesbische Kino und hat für ihr Lebenswerk auf der Berlinale 2017 den Special TEDDY Award erhalten.

1989 versuchten ein paar Musiker im New Yorker Chung-King-Studio ihr erstes und einziges Album aufzunehmen. Die dreitägige Session der Hardcore-Punk-Band Judge geriet zum Desaster. Das Label presste trotzdem 110 Kopien dieser misslungenen Aufnahme auf weißes Vinyl und verschickte diese an Preorder-Kunden. Heute, 30 Jahre später, gilt diese Platte in Sammlerkreisen als Heiliger Gral. Titel des Albums: Chung King Can Suck It. Im gleichnamigen Film (60.000 Euro, zischlermann filmproduktion, Lübeck) macht sich Regisseur Jesper Petzke auf den Weg, um die wenigen Besitzer der nummerierten Exemplare aufzuspüren.

Insgesamt erhalten acht Projekte Produktionsförderung mit einer Gesamtsumme von 443.000 Euro. Rund 80 Prozent der Fördersumme, genau 358.000 Euro, gehen dabei an sechs Projekte mit Regisseurinnen. Zu den weiteren geförderten Projekten zählen der Hybridfilm Cleo Carell und die Magie der Dinge (40.000 Euro, Hamburg) von HFBK-Professor Robert Bramkamp und Susanne Weirich, der Kurzfilm Wer war zuletzt am Kühlschrank? von Daniel Nocke, Henning Thomas und Kathrin Albers (40.000 Euro, Fünferfilm, Hamburg), die slowenisch-deutsche Koproduktion Steakhouse von Špela Čadež (38.000 Euro, Fabian und Fred, Hamburg), der Animationsfilm Cancelled von "Gelato"-Regisseurin Daniela Opp (30.000 Euro, Hamburg) und das Kammerspiel Was wahrscheinlich passiert wäre, wäre ich nicht zuhause geblieben von HFBK-Absolvent Willy Hans (25.000 Euro, Hamburg).

Eine Förderzusage in der Projektentwicklung gibt es für die Dokumentation Santorini Weddings von Svetlana Strelnikova (18.000 Euro, Doppelplusultra Film und TV, Hamburg). Der Ratzeburger Regisseur Thomas Matthew Salt erhält für die Postproduktion seines Films The Last Painting eine Unterstützung in Höhe von 6.285 Euro. Verleihförderung mit einer Gesamthöhe von 17.500 Euro geht an den fsk Kino & Peripher Filmverleih und Gluth Film. Das Hamburger Kino B-Movie erhält 2.900 Euro für seine Filmreihe über den philippinischen Regisseur Lav Diaz.

Birgit Glombitza, Timo Großpietsch, Maria Köpf, Joachim Kühn, Arne Sommer und Andres Veiel haben die Förderentscheidungen am Mittwoch, 16. Januar 2019, getroffen.

 

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