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09.05.2019

Filmwerkstatt KielTanzende Farben und Traumjobs per Algorithmus

Mutige Jugend, Künstler auf der Flucht – und Coming-of-Age-Geschichten in allen Altersklassen: In der ersten Sitzung des Jahres hat die Filmwerkstatt Kiel 17 Projekte mit insgesamt 136.000 Euro unterstützt.

Der schleswig-holsteinische Regisseur Dennis Stormer dreht mit dem sozialen Science Fiction-Film Die Eingeborenen (20.000 Euro) das Porträt einer jungen Generation, für die Selbstverwirklichung das Wichtigste im Leben ist. Ihre Traumjobs werden in ihrem Dorf von einem Algorithmus zuverlässig berechnet. Doch mit der Zeit dämmert ihnen, dass sie mit dem Privileg der Selbstverwirklichung einen einsamen Pfad eingeschlagen haben, auf dem für Gemeinschaft kein Platz ist. Der Film wird als Koproduktion mit der Schweiz realisiert.

Mit seiner Coming of Age-Dokumentation Otherside (15.000 Euro) wirft der Lübecker Filmemacher Hanno Mertin einen Blick auf das Leben zweier iranischer Nachwuchs-Athletinnen, die nicht so recht in das Frauenbild der Islamischen Republik passen wollen. Was sie zurückhält, sind die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen, die harte Hand der Regierung und die Angst, nie ihr Ziel zu erreichen. Sie wissen, sie müssen sich einen Namen machen – aber muss man für den Lebenstraum dem Tod ins Auge blicken?

Ann Carolin Renninger und René Frölke reisen mit ihrem Dokumentarfilm Pendo (15.000 Euro) in einen Züricher Keller, in dem sich die Reste des 1971 gegründeten Pendo Verlages befinden. In Tanz der Farben. Der Maler Max Pechstein (15.000 Euro, IDA Film & TV Produktion, Kiel) beschäftigt sich der Kieler Filmemacher Wilfried Hauke mit der bewegenden Geschichte des erfolgreichen expressionistischen Malers Max Pechstein, der zeitlebens Außenseiter unter den Malern der Künstlergruppe „Brücke" blieb. Hinterm Deich wird alles gut (12.000 Euro, Hartfilm, Stapel) sagt sich Regisseurin und Autorin Gabriele Kob, die in ihrem Dokumentarfilm drei nordfriesische Dörfer beobachtet, die sich der Gemeinwohlökonomie verschrieben haben. Rudolf Fitzgerald Leonard erzählt in seinem Kurzfilmdrama Dox (12.000 Euro, Annika Birgel, Berlin) die Geschichte einer Physiotherapeutin und ihres jugendlichen Patienten, deren Welt durch ein kontroverses Internetvideo völlig aus den Fugen gerät. In dem dokumentarischen Kurzfilm Marx hört auf (8.000 Euro, mairafilm, Hamburg) schickt Milchbauer Werner Marx sich und seine 25 Milchkühe in den Ruhestand – ein Film über das Aufhören von Antje Hubert.

Weitere Produktionsförderung geht an den Experimentalfilm dávny – vom Hören der Zeit (5.000 Euro) des Lübeckers Franz Danksagmüller, den Kurzfilm Bird Girl (4.000 Euro, Pernille Lund, in Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt Aarhus) von Regisseur Ludvig Poulsen und Autorin Sofie Grud sowie den Dokumentarfilm Regina (3.000 Euro) von Zoran Simić aus Kiel. Insgesamt erhalten zehn Projekte Produktionsförderung mit einer Gesamtsumme von 109.000 Euro Euro. Davon gehen 36.000 Euro an drei Projekte unter weiblicher Regie.

In der Projektentwicklung gibt es Fördergelder für die Dokumentarfilme Ich male mir meine Welt (3.000 Euro) von Andrea Christina Furrer, Licht und Schatten – Die Schwestern Kankadas (3.000 Euro) von Annika Rothe und Jil Lea Wend, Meine Welt ist der Tanz: abstrakt, hässlich, bewegend, ehrlich und schön (3.000 Euro, Stoehrmedien, Kiel) von Quinka Stoehr und Sand Hills (3.000 Euro) von Tom Otte und Salka Tiziana Poeschel García-Courtoy.

Verleih- und Vertriebsförderung gibt es für Der Esel hieß Geronimo (5.000 Euro, GM Films, Berlin), Yasuni – Papageien, Primaten, Pipelines (5.000 Euro) und Jenseits des Sichtbaren – Hilma af Klint (5.000 Euro, Ambrosia Film, Berlin).

Eine detaillierte Übersicht aller geförderten Filmprojekte ist hier abrufbar. 

Die Förderentscheidungen trafen am Donnerstag, 25. April 2019, Arne Sommer, Maja Petersen und Manja Malz.

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