10.06.2020

Bombenstimmung im SchanzenviertelErste Fördersitzung "Director’s Cut"

Das neue FFHSH-Gremium "Director's Cut" für Projekte mit Produktionskosten unter 3,5 Mio. Euro hat Ende Mai zum ersten Mal getagt. Als Reaktion auf die Corona-bedingten Drehstopps lag der Fokus auf der Entwicklung neuer Filmstoffe. Insgesamt wurden 18 Projekte mit über 400.000 Euro gefördert.

Um den Fund einer Bombe geht es in der neuen Tragikomödie Blindgänger (57.000 Euro, Tamtam Film, Hamburg) von Kerstin Polte. Der Episodenfilm spielt mitten im belebten Hamburger Schanzenviertel. Und in der flirrenden Hitze des Hochsommers können sich nicht nur die Gemüter schnell entzünden.

Kiel statt Hamburg und Spätherbst statt Hochsommer: Ebenfalls in mehreren Episoden geht es in Vor dem Anfang (35.000 Euro, Kinescope Film, Hamburg) um drei Frauen, drei Schicksale und den einen gemeinsamen Wunsch nach Erlösung. Das Autorengespann Constantin Hatz und Milena Aboyan hat im vergangenen Jahr dafür den Emdener Drehbuchpreis gewonnen.

Weitere Förderung in der Projektentwicklung erhalten das Drama Der Glanz des Augenblicks (I, Alex) von Christoph Hochhäusler und Autor Sebastian Ladwig (40.000 Euro, Riva Filmproduktion, Hamburg) sowie Marc Brummunds Kaffeefahrt-Komödie Kalifornien (30.000 Euro, Port au Prince, Berlin). Hinter dem Drama Und dass man ohne Täuschung zu leben vermag (25.000 Euro, Silva Film, Lübeck) von Katharina Lisa Lüdin steckt unter anderem Jana Kreissl, Produzentin des Festivalerfolgs "Das melancholische Mädchen". Jeweils 20.000 Euro erhalten die Projekte 14 Tage von Regisseur Damian Schipporeit und Autor Ulrich Klingenschmitt (Leitwolf Filmproduktion, Hamburg) sowie Langsdorff und die Wahrnehmung der Welt (20.000 Euro, Flumenfilm, Hamburg) von Philipp Hartmann und Danilo Carvalho.

Eine Drehbuchförderung geht an acht Projekte, darunter die Literaturverfilmung Miroloi (25.000 Euro, a little. film production, Berlin) der Hamburger Autorin Karen Köhler und Colour me life (25.000 Euro, Bon Voyage Films, Hamburg) vom deutsch-neuseeländischen Autorenteam Max Currie und Odine Johne. Mit 24.000 Euro wird zudem die romantische Komödie Kabul Jan (Adomeit Film, Lübeck) von Shahrbanoo Sadat und Co-Autor Anwar Hashimi unterstützt. Ihre ersten beiden Filme „Wolf and Sheep" und „The Orphanage" feierten in Cannes ihre Weltpremiere.

Mit Sommer von Ricarda Saleh und Sonnenland von Reza-Sam Mosadegh gehen jeweils 20.000 Euro an zwei Hamburger Nachwuchsautor*innen. Die gleiche Summe erhalten Produzent Nils Kacirek und Autorin Franziska Biermann für Robert, das Superkaninchen (Eddi Media UG, Hamburg) und Sarah Manon Kempen für Antonias allzeitbereite Ausredenagentur. Das Coming of Age-Drama Unter Uns die Wellen der Schleswig-Holsteinischen Nachwuchsfilmemacherin Hilke Rönnfeldt wird mit 18.000 Euro gefördert. Ihr Kurzfilm "Das Schweigen der Fische" lief bereits im Wettbewerb des Max Ophüls Preis 2020. Hilke Rönnfeldt und Ricarda Saleh sind Alumni von Screen Talent Europe sowie der Jungen Stoffentwicklungsinitiative der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

Im Bereich Abspiel erhält das kleine Eimsbütteler Programmkino FilmRaum 7.000 Euro für sein integratives OpenAir-Kinoprojekt "Kino schafft Brücken, bringt zusammen". Weitere 6.000 Euro gehen an das Schanzenkino 73 für sein beliebtes Open Air-Kino im Hamburger Sternschanzenpark. Genau 1.255 Euro erhält das Hamburger Abaton Kino. Mit der Summe wird der Druck von Plakaten und Flyern unterstützt, die die Spendenkampagne "The Show Must Go On!" zur Rettung der Hamburger Programmkinos bewerben.

Eine detaillierte Übersicht aller geförderten Projekte ist auf ffhsh.de abrufbar.

Die Förderentscheidungen trafen am Mittwoch, 27. Mai 2020, Gabor Greiner, Timo Großpietsch, Manja Malz, Mia Spengler, Maryam Zaree und Helge Albers.

 

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