16.10.2020

Von Monstern und Nissan MicrasFörderentscheidung Kurz + Innovativ

Das Gremium „Kurz + Innovativ" der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein hat in seiner zweiten Sitzung des Jahres fünf Kurzfilme mit insgesamt 147.000 Euro in der Produktion unterstützt, darunter ein Monster-Animationsfilm sowie ein waschechtes Schleswig-Holstein-Projekt.

Horror im Hamburger Hafen: In dem Animationskurzfilm Blood & Clay (50.000 Euro, Martin Rahmlow, Hamburg) gastiert im Jahr 1913 eine Horrorshow in der Hansestadt, in der mythologische Kreaturen in Showkämpfen gegeneinander antreten. Jede Nacht muss die Waise Lizbeth einen immer wieder in den Kämpfen zerstörten Golem reparieren. Mit der Hilfe eines Wolfsjungen versucht sie eines Tages, der brutalen Knechtschaft des Direktors Kosswick zu entkommen. Die Arbeiten an dem aufwendigen Mix aus Stop-Motion und Computeranimation werden rund drei Jahre dauern. Die Regie übernehmen Martin Rahmlow und Albert Radl.

Ein dokumentarischer, animierter Experimentalkurzfilm erwartet uns mit Nissan Micra (K11) – schwarz (40.000 Euro, Fabian&Fred, Hamburg) von Rebecca Blöcher. Die Filmemacherin erzählt in ihrem neuen Film vom bewegten Leben ihrer Mutter, die über zehn Jahre in einem Nissan Micra lebte und die Welt bereiste. Als Grundlage für den Film dienen Blöcher Mitschnitte aus Telefonaten mit ihrer Mutter.

Ein Sieben-Minüter voll abstrakter Ideen: In Was Etionda (30.000 Euro) bearbeitet die Hamburger Filmemacherin Miriam Endrulat ihr 35 mm-Material per Hand. Es wird gekratzt, gemalt und neu vertont. Formen, Farben, Licht und Schatten sollen auf diese Weise zu Emotionen werden. Die Gewinner*innen des Publikumspreises beim Drehbuchpreis Schleswig-Holstein 2019 bekommen mit ihrem Kurzfilmprojekt Tischrebellen (20.000 Euro, REBELLEN Filmproduktion, Kiel) ebenfalls Produktionsförderung. Das Drehbuch um einen Großmutterbesuch zur Weihnachtszeit stammt von den Geschwistern Linn und Luca Peltzer, die Regie übernehmen Johann Schultz und Merlin Slamanig. Die Dreharbeiten in Schleswig-Holstein haben bereits begonnen. 7.000 Euro gehen zudem an die Hamburgerin Claire Walka für den Kurzfilm Die Welt durch pinke Federn, in dem ein Plüschflamingo durch urbane, industrielle und abgelegene Orte flaniert und vor sich hinphilosophiert. Das Projekt WiFight Academy (5.000 Euro, Curly Pictures, Hamburg) der beiden Autor*innen Felix Schabbehard und Naya Bindzus bekommt zudem eine Ideenförderung (Development) für innovative audiovisuelle Bewegtbildinhalte.

Eine detaillierte Übersicht der Förderentscheidungen des Gremiums "Kurz + Innovativ" gibt es hier.

Das neue Gremium "Kurz + Innovativ" der FFHSH fördert sowohl Kurzfilme als auch innovative audiovisuelle Formate von VR-Experiences bis zum 360 Grad-Film. Gefördert wird in Form von Zuschüssen.

Die Förderentscheidungen haben am 22. September Birgit Glombitza, Ralph Heinsohn, Ingo Mertins, Britta Schewe, Insa Wiese und Arne Sommer getroffen.

 

Foto: Unsplash/Donovan Reeves