10.12.2020

Das Leben und seine AbgründeFörderentscheidung Kurz + Innovativ

Hochhaus mit vielen kleinen Fenstern in der Frontansich

In seiner letzten Fördersitzung des Jahres hat das "Kurz + Innovativ"-Gremium der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein rund 150.000 Euro an sechs Projekte vergeben. Zur Förderrunde gehören das neue Stop-Motion Werk der Lauenstein-Brüder sowie harter Filmstoff von der Kielerin Hille Norden.

Stop-Motion „Made in Hamburg": In dem Kurzfilm 77 Leben (37.000 Euro, Lauenstein & Lauenstein Produktion, Hamburg) blicken die beiden Animationsgurus Christoph und Wolfgang Lauenstein per Querschnitt in ein Hochhaus, in dem es reichlich wuselt. Ein Panoptikum menschlicher Unzulänglichkeiten, das mit bitterbösem Humor vorgeführt wird. Der Film wird 135 Animationstage in der Hansestadt haben.

Die Kieler Regisseurin und Drehbuchautorin Hille Norden beschäftigt sich in Feuerspiel (35.000 Euro, Hanfgarn & Ufer Nord, Hamburg) mit dem Thema Pädophilie: Oskar weiß, dass er pädophil ist. Auf keinen Fall will er Täter werden und hält sich von Kindern fern. Das geht gut, bis sein bester Freund Maik seine siebenjährige Tochter Lilli bei ihm vorbeibringt. Um weder ihr noch sich zu schaden, findet er eine ungewöhnliche Lösung. Die Dreharbeiten des Kurzfilms finden in Schleswig-Holstein statt. Hille Norden gewann jüngst den Drehbuchpreis Schleswig-Holstein 2020.

Um den vor drei Jahren verstorbenen Hamburger Deserteur Ludwig Baumann geht es in dem essayistischen Porträt Leben (30.000 Euro) von Filmemacherin Annette Ortlieb. Baumann wollte nicht für die Wehrmacht töten, dafür sollte er sterben – und kämpfte zeitlebens vor Gericht gegen das Urteil. Einen experimentellen Kurzfilm über Gravitationswellen, Musik und Sound gibt es von der Hamburgerin Annika Kahrs mit Gravity's tune (21.000 Euro). Einen etwas anderen Film über Tiere plant HFBK-Absolvent und Deichkind-Musikvideoproduzent Timo Schierhorn mit Ein Tierfilm (20.000 Euro), in dem der Hamburger Nachtaufnahmen von Tieren mit Tonaufnahmen seines Großvaters kombiniert .

In dem innovativen Projekt Inside lässt das SpiceVR-Team aus Hamburg die User interaktiv in den menschlichen Körper abtauchen. Für diese VR-Experience kooperiert SpiceVR mit dem DESY Institut in Hamburg. Das Konzept wird mit 10.000 Euro gefördert.

Eine detaillierte Übersicht der Förderentscheidungen des Gremiums "Kurz + Innovativ" gibt es hier.

Das Gremium "Kurz + Innovativ" der FFHSH fördert sowohl Kurzfilme als auch innovative audiovisuelle Formate von XR-Experiences über 360 Grad-Filme bis zu immersiven Storywelten.

Die Förderentscheidungen haben am 25. November Birgit Glombitza, Ralph Heinsohn, Ingo Mertins, Britta Schewe, Insa Wiese und Arne Sommer getroffen.

 

Foto: P.BC/Unsplash