18.01.2021

Weil alles mit einer Idee beginntTreatmentförderung

Eine Glühbirne als Symbol für Ideen, der muskulöse Arme und Beinde gezeichnet wurden.

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein hat im Laufe des Jahres 2020 elf Treatment- und Ideenförderungen ausgesprochen. Unter diesen Projektskizzen, die insgesamt mit 64.000 Euro unterstützt wurden, befinden sich eine waschechte Kiez-Geschichte und eine plattformübergreifende Online-Serie.

Helge Albers, Geschäftsführer Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein: „Bevor ein Drehbuch entsteht oder eine Idee zum Prototyp wird, braucht man vor allem eins: Zeit zum Nachdenken und Raum zum Ausprobieren und Experimentieren. In dieser sensiblen und richtungsweisenden Anfangsphase halten wir den Autor*innen mit unserer Förderung von Treatments und Ideen den Rücken frei. Es wird recherchiert, gebrainstormt, aufgeschrieben und wieder verworfen. Eine zeitintensive Arbeit, die wir finanziell und mit externen Dramaturgen auch inhaltlich begleiten."

Treatmentförderung (abendfüllende Spiel- und Dokumentarfilme)
In dem Drama Kiez (7.000 Euro) von Autor Jesper Petzke lehnt sich ein ehemaliger Zuhälter gegen das moderne St. Pauli auf. Als Co-Autoren sind HFBK-Absolvent Hans Stützer und Lasse Koch aus Hamburg mit an Bord. Um eine politische Gefangene, die wegen der Beerdigung ihrer Schwester drei Tage Freigang hat und über das Schicksal ihres kranken Vaters entscheiden soll, geht es in I was home when I got there (6.000 Euro) von Mahnaz Mohammadi. Die iranische Regisseurin lief zuletzt mit dem Film "Sohn – Mutter" beim Filmfest Hamburg 2020, für den Berlinale-Gewinner Mohammad Rasoulof das Drehbuch schrieb. Einen Animationsfilm um einen entflogenen Stubenvogel planen die beiden Hamburger Christoph und Wolfgang Lauenstein mit Bird of the Year (6.000 Euro). Ebenfalls 6.000 Euro gehen an die Tragikomödie Fettes Leben des HMS-Absolventen Matthias Koßmehl und seines Co-Autoren Oliver Kracht um eine Busfahrerin, die Politiker und Industrielle mit brisantem Videomaterial erpresst. Um eine neu zusammengewürfelte Familie in einem Escape Room geht es in Family Escape (6.000 Euro) des Hamburger Autoren Manuel Ostwald und seiner CO-Autorin Anja Gurres. Der Hamburger Autor Florian Eichinger ("Die Hände meiner Mutter") nimmt die Zuschauer*innen in Pixeltänzer (6.000 Euro) mit in das Leben der Programmiererin Beta, die aus ihrem Hamsterrad in einem Startup ausbrechen will. Das Treatment der Komödie Hosenscheisser des Hamburger Autoren Jonas Rothlaender wird mit 5.650 Euro gefördert. Jeweils 5.000 Euro werden für die Coming of Age-Geschichte Midnight Scream der Schleswig-Holsteinerin Gisele Mbamu sowie die Komödie Zuckerspeicher von Hannah Martin und Melanie Waelde bereitgestellt.

Ideenförderung (innovative audiovisuelle Bewegtbildinhalte)
Das Projekt STROM (6.000 Euro) ist ein komödiantisches Thriller-Mockumentary, das sich mittels Smartphone-Messenger & Social Media direkt an die Zuschauer*innen wendet und sich mit ihnen verknüpft. Die Charaktere sind dabei Teil einer Inszenierung des Shakespeare Stücks 'Ein Sommernachtstraum'. Das Projekt WiFight Academy (5.000 Euro, Curly Pictures, Hamburg) der beiden Autor*innen Felix Schabbehard und Naya Bindzus bekommt ebenfalls eine Ideenförderung und setzt fünf gestrandete Social Media-Stars bei ihrem Kampf gegen das lineare Entertainment in den Fokus.

Was genau bedeutet Treatment- und Ideenförderung
Autor*innen können für ihr Treatment (abendfüllender Spiel- und Dokumentarfilm) oder für ihre Ideen im Bereich innovativer audiovisueller Bewegtbildinhalte mit einer finanziellen Unterstützung von maximal 10.000 Euro gefördert werden. Die Mittel werden nicht wie sonst üblich als erfolgsbedingtes Darlehen, sondern als Zuschuss vergeben. Integriert in die Förderung ist eine dramaturgische Begleitung, die von der FFHSH vermittelt wird. Anträge werden fortlaufend entgegengenommen – unabhängig von der voraussichtlichen Höhe des Produktionsbudgets. Die Geschäftsführung der FFHSH entscheidet über die Vergabe der Förderung.

 

Foto: Frank Vessia/Unsplash