11.02.2021

Sechs norddeutsche Filmperlen in Berlin Berlinale 2021

Fünf geförderte Filme im Programm und ein Hamburg-Film im Wettbewerb: Der Film-Norden kann sich auf der Berlinale mit einer Vampirkomödie von der Ostsee und einem Sci-Fi-Drama aus einem nordfriesischen Wassertank von seiner vielfältigen Seite zeigen. Die „Unorthodox"-Regisseurin Maria Schrader geht mit der Letterbox-Produktion „Ich bin dein Mensch" zudem ins Rennen um einen Goldenen Bären.

Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein: "Eine außergewöhnliche Berlinale mit einer außergewöhnlichen Filmauswahl! Unsere Glückwünsche gehen an alle geförderten Filmteams. Die Daumen sind auch für die Studio Hamburg Produktion Gruppe gedrückt, die in diesem Jahr im Wettbewerb vertreten ist."

Tim Fehlbaums Science Fiction-Film Tides kann seine Weltpremiere als Berlinale Special feiern. Die Story des Films ist in der nahen Zukunft nach einer globalen Katastrophe angesiedelt. Die Hauptrolle in der deutsch-schweizerischen Produktion spielt Nora Arnezeder ("Mozart in the Jungle"). "Tides" wurde unter anderem im Film-Wassertank der Firma Offtec in Nordfriesland und im Wattenmeer vor Hamburg-Neuwerk gedreht. Die FFHSH hat die BerghausWöbke-Produktion mit 300.000 Euro unterstützt.

"Unorthodox"-Regisseurin Maria Schrader kann sich mit Ich bin dein Mensch Hoffnung auf einen Bären machen. Die melancholische Komödie um Wissenschaftlerin Alma und den humanoiden Roboter Tom wird im Wettbewerb der Berlinale zu sehen sein und wurde von der Hamburger Firma Letterbox, ein Tochterunternehmen der Studio Hamburg Produktion Gruppe, produziert. Zum Cast gehören unter anderem Maren Eggert, Dan Stevens, Sandra Hüller und Hans Löw.

In die Sektion „Encounters" hat es die antfifaschistische Vampirkomödie Blutsauger von Julian Radlmaier geschafft. In einem mondänen Ostseebad trifft im Jahr 1928 der russische Aristokrat Ljowuschka auf der Flucht vor den Sowjets die junge Fabrikantin Octavia. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an. Dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben und dass weder Ljowuschka noch Octavia sind, was sie vorgeben, zu sein. Die Faktura Film-Produktion wurde zu großen Teilen im Kreis Rendsburg-Eckernförde gedreht. Die Filmförderung hat das Projekt mit insgesamt 250.000 Euro in Produktion und Verleih unterstützt.

Im „Panorama" laufen gleich drei geförderte Produktionen:

Gut 20 Jahre nach ihrer Dokumentation Gendernauts kehrt die Filmemacherin Monika Treut in Genderation (Hyena Films) nach San Francisco zurück, um die transsexuellen Protagonisten ihres Filmklassikers wiederzutreffen. Treut prägt seit den 1980er Jahren das feministische und lesbische Kino und hat für ihr Lebenswerk auf der Berlinale 2017 den Special TEDDY Award erhalten. Der Film ist mit 100.000 Euro gefördert worden.

Die deutsch-italienisch-dänische Koproduktion Der menschliche Faktor von Regisseur und Autor Ronny Trocker konnte bereits beim Sundance Film Festival seine US-Premiere feiern. Hauptproduzent ist die Zischlermann Filmproduktion mit Sitz in Berlin und Lübeck, vor der Kamera standen u.a. Mark Waschke und Sabine Timoteo. Ein Großteil des Films, der mit 300.000 Euro in der Produktion gefördert wurde, ist in Hamburg unter anderem in Bergstedt und im Oberhafenquartier entstanden.

Mit Die Welt wird eine andere sein (Copilot) erzählt Anne Zohra Berrached die Geschichte einer leidenschaftlichen Amour Fou zwischen zwei Studierenden im Deutschland der 90er Jahre, die unbemerkt in eine Katastrophe führt. Das Drehbuch hat Berrached zusammen mit Stefanie Misrahi geschrieben. Die Dreharbeiten fanden unter anderem auf der Hamburger Reeperbahn statt. Die FFHSH hat die Razor Film-Produktion mit 225.000 Euro gefördert.

 

Foto: Dirk Michael Deckbar/Berlinale